Spotlight auf die Gemeinderatssitzung vom 22.12.2011

29.12.2011 von Werner Hintze

Etikettenschwindel am Herzogplatz?

"Antrag auf Vorbescheid zur Errichtung einer Mehrgenerationenwohnanlage" lautete ein Thema der Gemeinderatssitzung vom 22. Dezember 2011. Das klang vielversprechend, denn die allmählich älter werdende Zornedinger Bevölkerung braucht zunehmend auch altersgerechte Wohnungen.

In den eingereichten Bauplänen suchte man allerdings vergeblich nach breiten Türen und großzügigen Bädern (für Senioren) oder nach großen Wohnungen (für Familien). Im Gegenteil: Als zahlungskräftigere Zielgruppe scheinen ausschließlich Singles und kinderlose Paare auserkoren. Nach Angaben der Bauamtsleiterin kann jeder Bauwerber sein Projekt benennen, wie er mag: "Mehrgenerationenwohnanlage" sei kein geschützter Begriff, außerdem gehe es zunächst nur um die Außenmaße des Bauvorhabens.

Die haben es allerdings in sich: Das in der Vergangenheit gewährte Baurecht wird praktisch vollständig ausgeschöpft. Dementsprechend massig wirkt der Gebäudekomplex auf den Plänen, was von den Gemeinderäten ebenso kritisiert wurde wie die extrem enge Tiefgarageneinfahrt. Nach der derzeitigen Rechtslage hat die Gemeinde aber kein Vetorecht bei der Wegführung auf Privatgrund und eine nachträgliche Reduzierung der Gebäudemaße führt unweigerlich zu Schadenersatzforderungen.

So stimmte der Gemeinderat dem Vorbescheid zähneknirschend zu, verbunden mit ein paar Verbesserungsvorschlägen. Bleibt zu hoffen, dass bei Vorlage der endgültigen Detailplanung die "Mehrgenerationenwohnanlage" ihren Namen verdient.

Dreifachsporthalle: Bebauungsplan und Flächennutzungsplanänderung beschlossen

Vor einem Jahr war eigentlich schon alles klar. Im Juli (2010!) beschloss der Gemeinderat, auf Verlangen des Landratsamts für die Dreifachsporthalle einen Bebauungsplan aufzustellen. "Das bedeutet keine Verzögerung", war seinerzeit die Aussage der Verwaltung. Und zwei Monate später folgte die Beauftragung des Architekten.

Aber wie das Leben so spielt: Einigen (CSU) passte die Anordnung der Parkplätze nicht, es gab neue Zweifel an der Tragfähigkeit des Baugrunds und der Bürgermeister wollte auf einmal vom Festplatz nichts mehr wissen, den er höchstselbst ins Spiel gebracht hatte. Die Folge waren Planänderungen, neue Probebohrungen wegen der ehemaligen Mülldeponie und wieder Planänderungen. Heute steht die Halle nach der Planung praktisch wieder da, wo sie anfangs auch schon stehen sollte: im Eck zwischen der alten Bucher Straße und der B304-Umgehung.

Darüber ist allerdings ein weiteres Jahr vergangen, die Ausschreibung ist jetzt für Mitte 2012 vorgesehen und gebaut werden soll in 2013. Die Einweihung wird also nunmehr Ende 2013 erfolgen. Das fügt sich gut, denn im März 2014 sind Kommunalwahlen.

Honni soit qui mal y pense (Ein Schuft, wer Böses dabei denkt)!

Materialien und Serviceangebote